Schnittkalender für Bäume, Sträucher und Hecken
Winterschnitt (Januar – März)
🌳Viele Laubgehölze, insbesondere Obstbäume (Kernobst), werden in der Winterruhe geschnitten, wenn kein Laub vorhanden ist. So ist die Kronenstruktur gut sichtbar, und gezieltes Auslichten oder Formen der Krone wird erleichtert.
Eine Studie über den Schnitt von vier Laubbaumarten zeigte, dass ein Schnitt im Januar zu geringerer Holzverfärbung und schnellerer Wundheilung führt, verglichen mit späteren Schnittzeiten (OUP Academic).
Vorteile des Winterschnitts:
•Wunden verheilen gut
•Geringerer Saftfluss (z. B. bei Ahorn, Birke, Walnuss)
•Krankheiten und Insektenbefall werden oft reduziert
Hinweis:
•Bei starkem Frost (unter –10 °C) sollte kein Schnitt erfolgen.
•Schneiden sollte vermieden werden, wenn die Bäume bereits austreiben oder im Herbst, wenn die Blätter fallen, da der erhöhte Saftfluss die Schnittstellen anfälliger für Infektionen macht.
•Größere Schnittmaßnahmen sollten idealerweise vor dem Austrieb abgeschlossen sein, um den natürlichen Wachstumszyklus nicht zu stören.
Bei starkem Frost (unter –10 °C) sollte kein Schnitt erfolgen. Schneiden sollte vermieden werden, wenn die Bäume bereits austreiben oder im Herbst, wenn die Blätter fallen, da der erhöhte Saftfluss die Schnittstellen anfälliger für Infektionen macht.Größere Schnittmaßnahmen sollten idealerweise vor dem Austrieb abgeschlossen sein, um den natürlichen Wachstumszyklus nicht zu stören.

Schnitt des Apfelbaums (Malus domestica)
🌲Nadelbäume (Kiefern, Fichten, Tannen, Eiben)
Nadelbäume benötigen im Allgemeinen nur einen minimalen Schnitt. Morsche, gebrochene oder kranke Äste sollten jederzeit entfernt werden, um die Gesundheit der Bäume zu erhalten. Die späte Winterzeit eignet sich besonders gut, um unerwünschte untere Äste zu beseitigen.
Fichten und Tannen:
•Besitzen seitliche Knospen an den äußeren Trieben.
•Durch Einkürzen auf eine Knospe oder einen Seitentrieb im zeitigen Frühjahr wird ein dichteres Wachstum gefördert.
Kiefern:
•Treiben hauptsächlich aus den Endknospen.
•Das Wachstum kann im Frühjahr verlangsamt werden, indem man die sogenannten „Kerzen“ – also die verlängerten Endtriebe – zur Hälfte oder zu zwei Dritteln entfernt, sobald sie etwa 5–8 cm lang sind.
Eiben:
•Sehr schnittverträglich und gut für Hecken oder Formgehölze geeignet.
•Ein Hauptschnitt im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr sowie ein leichter Formschnitt im Sommer reichen aus, um die gewünschte Form zu erhalten.
Niemals in älteres Holz schneiden, da dort kein neuer Austrieb entsteht. Schnitte während des aktiven Wachstums (spätes Frühjahr/Sommer) vermeiden, da dies die Fähigkeit des Baumes zur Fotosynthese und Energieaufnahme beeinträchtigen und die Gesundheit schwächen kann.
Schnitt der Thuja (Thuja occidentalis)
Überwachsene Sträucher
Zugrunde gegangene oder stark überwachsene Sträucher benötigen oft einen starken Verjüngungsschnitt.
•Beste Zeit: Februar – März
•Auch wenn der starke Schnitt die Blüte 2–3 Jahre lang reduziert oder verhindert, stellt er die Gesundheit der Pflanze wieder her.

Schnitt der Weinrebe (Vitis vinifera)
Frühlingschnitt
Bei Sträuchern oder Gehölzen, die im Frühjahr blühen (z. B. Forsythie, Flieder, Zierjohannisbeere, Schneeforsythie, Felsenmispel, Deutzie, Weigelie, Spiraea, Kerrie, Schneeball, Magnolie, Zierkirsche, Zierpflaume, Goldregen, Ginster, Haselstrauch, Schlehe, Zierapfel, Mahonie, Rhododendron, Azalee und Jasmin), sollte der Schnitt nach der Blüte erfolgen, also typischerweise im späten Frühjahr oder direkt danach.
Schnitt der Eibe (Taxus baccata)
Sommerschnitt
Ein Sommerschnitt kann sinnvoll sein, um das Wachstum zu steuern (z. B. Wassertriebe entfernen, Krone auslichten) oder bei bestimmten Arten, insbesondere bei Steinobst (Kirsche – Süß- und Sauerkirsche, Pflaume, Zwetschge, Mirabelle, Reneklode, Pfirsich, Nektarine, Aprikose und Mandel).
Steinobst sollte typischerweise im Sommer von Mai bis Juli geschnitten werden, nachdem die Früchte abgeerntet sind. Dieser Zeitpunkt hilft, Krankheiten wie Silberblatt und Bakterienbrand zu vermeiden, auf die Steinobst besonders anfällig ist. Ein Schnitt bei trockenem, warmem Wetter minimiert zusätzlich das Risiko von Pilz- und Bakterieninfektionen.
Ein Schnitt von Steinobst im Winter kann zum sogenannten „Bluten“ führen, da der Saft die Wunden langsamer verschließt und die Pflanzen dadurch anfälliger für Infektionen werden.
Schnitt für formale Hecken und Strukturgehölze
Die meisten Laubsträucher sollten nicht zu formalen Hecken geschnitten werden, da dies ihren natürlichen Wuchs zerstört, die Blatt- und Blütenzahl im Inneren der Krone verringert und zu unschönen, kurzen Trieben an den Astenden führt.
Nur wenige Arten – zum Beispiel Liguster (Ligustrum vulgare, L. ovalifolium), Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum), Berberitze (Berberis thunbergii, B. vulgaris), Hainbuche (Carpinus betulus), Rotbuche (Fagus sylvatica), Feldahorn (Acer campestre), Stechpalme (Ilex aquifolium), Thuja (Thuja occidentalis, T. plicata), Eibe (Taxus baccata), Buchsbaum (Buxus sempervirens) – lassen sich erfolgreich als formale Hecken pflegen.
Zur Erhaltung der Form sollte mindestens zweimal jährlich geschnitten werden:
•Erster Schnitt im Frühjahr nach dem Austrieb (Mai)
•Zweiter Schnitt Mitte Sommer (Juli), falls nötig
Vermeiden Sie einen starken Schnitt nach Juli, da dies neues Wachstum fördern würde, das bis zum Winter nicht ausreichend verholzt.
Spätsommer-Schnitt von Laubsträuchern kann ein spätes Wachstum auslösen, das vor dem Winter nicht ausreichend abhärtet und frostempfindlich ist.

Corylus avellana – Schnitt der Haselnuss
Entscheidung beim Schnitt
Abgestorbene Äste werden ohne Zögern entfernt – idealerweise durch einen Auslichtungsschnitt. Ist nur ein Teil eines Astes abgestorben, wird dieser durch einen Verkürzungsschnitt knapp über einem Seitentrieb entfernt.
Zunächst sollte beurteilt werden, ob der Baum zu hoch, zu breit oder zu niedrig verzweigt ist. Überlange Äste können gekürzt oder vollständig entfernt werden. Bei zu starken Eingriffen kann ein Teil des Schnitts auf das folgende Jahr verschoben werden, um eine Überlastung des Baumes zu vermeiden.
Bei der Auswahl der zu entfernenden Äste ist auch der Astwinkel zu berücksichtigen:
•Nach unten wachsende Äste sind meist schwach.
•Nach oben wachsende sogenannte „Wassertriebe“ sind zu stark.
Beide Typen sollten entfernt werden. Beibehalten werden die Äste, die in einem leichten Winkel nach außen wachsen.
Verjüngungsschnitt:
Ein Verjüngungsschnitt erfolgt alle zwei bis drei Jahre, wenn der Strauch überaltert ist und das Innere verkahlt. Bei Bäumen wird ein Verjüngungsschnitt nicht regelmäßig, sondern nur bei Bedarf durchgeführt, wenn die Krone alt, geschwächt oder wenig ertragreich geworden ist.
Quelle: https://yardandgarden.extension.iastate.edu/how-to/proper-time-prune-trees-and-shrubs
https://extension.umaine.edu/fruit/growing-fruit-trees-in-maine/pruning/
https://www.rhs.org.uk/advice/grow-your-own/features/summer-pruning-trained-stone-fruit
https://www.swr.de/leben/wohnen/baumschnitt-steinobst-sommer-sinnvoll-102.html
